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5 Fragen an Elisabeth Neumann

Die Startup-Szene in Frankfurt hat einiges zu bieten neben innovativen Startups, kreativen Coworking Spaces, auch Acceleratoren und mehr. Damit ihr einen kleinen Einblick bekommt, was es alles gibt, stellen wir euch immer wieder coole Persönlichkeiten aus der Szene vor. Dieses Mal haben wir Elisabeth Neumann interviewt, sie ist verantwortlich im Projektteam zum Hessischen Gründerpreis und erzählt uns ein bisschen über ihre Arbeit für den Gründerpreis und auch aus ihren 17 Jahren an Erfahrungen und Anstrengungen für die Förderung der Gründer- und Startup-Landschaft in Hessen sowie in ganz Deutschland. Sie hat nach dem Studium an der IHK Erfurt als Gründungsberaterin angefangen und sich später mit Mikrokrediten beschäftigt.

DAS INTERVIEW/

Hallo Elisabeth, schön, dass Du die Zeit gefunden hast, für uns einmal Rede und Antwort zu stehen. Zuallererst stell Dich einfach kurz vor, wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Elisabeth Neumann, komme aus dem schönen Erfurt und habe in Argentinien bei einer Busfahrt durchs Land meinen Mann kennengelernt. Und da er als Badener bereits seiner Bank bis Frankfurt nachgezogen war, musste ich das dann auch machen. So sind wir in Frankfurt gelandet. Inzwischen haben wir eine zauberhafte Tochter. Arbeitsmäßig bin ich eigentlich Wirtschaftspädagogin und arbeite seit über zehn Jahren in Offenbach bei der KIZ Sinnova gemeinnützige Projektgesellschaft, die verschiedene Themen im Gründungsbereich gemeinsam mit Projektpartnern entwickelt. Mein Einstieg war das Thema Mikrofinanzierung für nicht bankfähige Gründer und Unternehmer, das wir deutschlandweit erfolgreich aufgebaut haben. Nach meiner Elternzeit verantworte ich nun andere Projekte wie den “Hessischen Gründerpreis“, das Gründernetzwerk “Gründerstadt Offenbach” und den “Gründercampus Ostpol” in Offenbach. Netzwerken ist meine große Leidenschaft und das kann ich bei meinen Projekten voll ausspielen.

Foto: Diether v. GoddenthowDer Hessische Gründerpreis: Wen oder was sucht Ihr genau? Worauf schaust Du besonders? Was muss ein Startup erreicht haben, um Chancen zu haben?

Es gibt viele Preise für Startups, Gründer, Businesspläne. Wir heben uns von den allermeisten ab, weil wir die jungen Unternehmen in der Öffentlichkeit vorstellen, die sich bereits am Markt etabliert haben und aus Hessen sind. Das heißt, wer noch in der Vorgründungsphase steckt und sich „ausprobiert“, ist in diesem Jahr noch nicht richtig bei unserem Hauptwettbewerb. Wir machen zwar in diesem Jahr erstmals auch diesen Gründern ein Angebot, aber traditionell und in erster Linie erzählen wir Geschichten von erfolgreichen Gründungen, um anderen Menschen Mut zu machen, vielleicht auch diesen Schritt zu gehen und um so die Einstellung zum Unternehmertum in Deutschland zu verbessern.

Da die Gründerlandschaft so bunt und vielfältig wie das Leben ist, haben wir drei Kategorien, in denen wir auszeichnen. Bei der MUTIGEN GRÜNDUNG legen wir den Fokus auf die Ausgangssituation. Wir prämieren hier Gründer, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und trotz schwieriger Bedingungen wie etwa Krankheit, Arbeitslosigkeit oder als Alleinerzieher sich durch ihre Selbstständigkeit eigenständig versorgen können. Die zweite Kategorie ist INNOVATIVE GESCHÄFTSIDEE, bei der es um eine besondere Erfindung, Idee, eine kreative neue Dienstleistung oder ein innovatives Produkt geht. Die dritte Kategorie haben wir in diesem Jahr erweitert. Als wir mit dem Preis vor 16 Jahren begannen, war die Schaffung von Arbeitsplätzen ein wichtiger Aspekt. Heute sind aber auch soziale und grüne Gründungen von großer Bedeutung für unsere Gesellschaft. Daher prämieren wir hier Gründer für ihre GESELLSCHAFTLICHE WIRKUNG.

Neu in diesem Jahr ist auch der Zusatzpreis für die GRÜNDUNG AUS DER HOCHSCHULE. Angesprochen sind hier Gründungsideen und Gründungen, die im Rahmen des Studiums oder der Doktorandentätigkeit entwickelt wurden. Die wichtigsten Kriterien, um gewinnen zu können: Gründung innerhalb der letzten fünf Jahre (2013 bis 2017), Hauptsitz in Hessen, erfolgreich am Markt, vollständige und aussagefähige Bewerbungsunterlagen und Einhaltung des Bewerbungsschlusses am 13. August.

 

Du machst das ja schon seit einigen Jahren: Welche Gründung (und welche Gründer) hat Dich nachhaltig beeindruckt und warum?

Ja, das besondere beim Hessischen Gründerpreis ist, dass wir jedes Jahr in eine andere Region bzw. Kommune gehen. Es ist jetzt schon das 16. Mal, dass wir besondere Gründungen auszeichnen und durch das Projekt vor Ort auch die regionalen Netzwerke stärken. Es gibt so viele tolle Beispiele unter den Bewerbern um den Hessischen Gründerpreis, dass es mir echt schwer fällt, nur eines zu nennen. Um mal zu zeigen, wie vielfältig die Geschichten der Gründer sind, will ich deshalb gleich vier Beispiele nennen.

Wenn ihr sehen wollt, wie ein traditionelles Handwerksunternehmen, dass aufgrund der Altersstruktur der Inhaber nicht für die Zukunft ausgerichtet war, in ein innovatives Unternehmen umgewandelt wurde, dann schaut euch mal myVALE an. Markus Schott musste dafür zwar erst nach Australien fahren und dort Fußabdrücke im Sand sehen, um daraus seine Geschäftsidee zu entwickeln, aber er fand dann auch den Mut, doch noch ins bedrohte elterliche Unternehmen einzusteigen.

Als zweites denke ich an Acao, junge Typen, die ein Trend-Getränk in mehreren Geschmacksrichtungen kreiert haben. Die schaffen es, großen Unternehmen hervorragende Fachkräfte trotz geringerer Bezahlung abzuwerben, einfach weil sie neue, kreative Arbeitsmodelle anbieten.

2013, im gleichen Jahr wie Markus Schott, wurde außerdem Nicola Hoensbroech mit dem Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet, die als fünffache Mutter trotzdem nicht nur Zuhause bleiben wollte. Sie gründete den Onlineshop Dein Kindergeschirr, damit sie Karriere und Kinder gut vereinbaren kann. Trotz dass sie in der Gründungsphase noch zwei Kinder bekam und ihr Geschäft so organisiert hat, dass sie selbst nur vier Stunden täglich arbeitet, ist sie mit großem Erfolg am Markt.

Oder zuletzt noch Marcus Wohlleben, der bis auf den Kopf nichts bewegen kann, aber sich einfach nicht als Behinderter vom Staat aushalten lassen wollte. Gerade er bietet mit seinem Unternehmen Claud Pilot einen IT-Support für Handwerker an, die nur mit den Händen arbeiten und ist damit erfolgreich.

 

Diesmal findet der Hessische Gründerpreis in Wiesbaden statt – kannst Du innerhalb Hessen bisher besonders starke Startup-Ökosysteme und -Hubs identifizieren?

KIZ sitzt in Offenbach und ist dort schon seit 20 Jahren aktiv bei der Begleitung von Gründern. Wir haben gerade hier in den letzten Jahren eine Veränderung in der Gründerszene wahrgenommen, wie in vielen Regionen Hessens. Offenbach ist seit Jahren mit den Gründerzahlen auf Platz 1 und es tut sich dort viel, insbesondere im kreativen Bereich. Andere Orte wie Frankfurt, die finanziell sehr gut ausgestattet sind, profilieren sich im Fintech-Bereich. Aber auch in Wiesbaden ist viel passiert. Gerade unsere Projektpartner in diesem Jahr wie der heimathafen und Startwerk A bringen die kreative Szene in der „Beamtenstadt“ ans Licht. Aber es gibt eigentlich überall pfiffige Gründer, so war beispielsweise bis vor wenigen Jahren Nordhessen bei unseren Teilnehmern wie bei den Preisträgern ein großer regionaler Schwerpunkt. Viele verbinden Startup- und Gründungskultur nur mit den urbanen Zentren wie Berlin, Leipzig, München oder in Hessen eben dem Rhein-Main-Gebiet, aber das ist sicher nicht die ganze Wahrheit.

Foto: Diether v. GoddenthowIm Rahmen des Hessischen Gründerpreises bekommt Ihr sicher viel Feedback von den Gründern selbst – was läuft gut in Frankfurt, was müsste sich für Gründer noch verbessern?

Was in Frankfurt gut und schlecht läuft, kann ich nicht im Detail sagen. Da ist Doris Brelowski von der Wirtschaftsförderung Frankfurt eine bessere Ansprechpartnerin, da sie tiefer in der Marterie ist. Was mir hessenweit auffällt: Es gibt inzwischen deutlich mehr Angebote für Gründer und das ist gut für die Szene. Was es aber allgemein in Hessen mehr braucht, sind bezahlbare Raumangebote für Gründer, besonders in den Ballungsräumen, mehr Berichterstattung auf breiter Ebene, Projekte für Schüler, damit sie sich bereits frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen, weniger Bürokratie für Gründer, eine bessere Unterstützung bei der sozialen Absicherung. Das sind Themen, die wir teilweise auch bei unserer großen Abschlussveranstaltung am 7. November im neuen RheinMain CongressCenter diskutieren werden. Daher – merkt euch den Termin vor!

Was müsst ihr jetzt tun, damit ihr wisst, was beim Hessischen Gründerpreis passiert? Verlinkt euch mit uns bei Facebook und/oder meldet euch für unseren für unseren Newsletter an. (Link Internetseite folgt noch, da wir gerade die Seite neu machen – kommt Anfang nächster Woche)

Vielen Dank für das Interview mit Dir, Elisabeth und wir wünschen eine spannende 16. Runde und innovative Gründer und Startups für den diesjährigen Hessischen Gründerpreis. 

Damit ihr weiter auf dem Laufenden seid, was den Hessischen Gründerpreis angeht, könnt ihr euch auf Facebook informieren oder aber den Newsletter abonnieren! Die Anmeldung geht am einfachsten über die Webseite. 

Wenn ihr euch mit eurem Startup für den Hessischen Gründerpreis bewerben wollt, dann habt ihr noch bis zum 13. August Zeit, eure Unterlagen einzureichen und damit teilzunehmen!

 

Tina Klußman
klussmann@meetnwork.de
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